Was ein Werkzeug kostet — und wann es steht.
Das Werkzeugkonzept legt die Stückkosten über die gesamte Laufzeit fest: Fachzahl, Anschnitt, Temperierung und Auswerferlage sind nach der Vergabe nur noch teuer korrigierbar. Deshalb bewerten wir das Konzept, bevor es gebaut wird.
Richtwerte für Werkzeuge mittlerer Komplexität. Fachzahl und Schieberanzahl bewegen beide Spalten deutlich — wir kalkulieren bauteilbezogen mit Angabe der Amortisationsstückzahl.
Durchlauf ab freigegebener Zeichnung bis Erstmuster, inklusive Bemusterung. Werkzeuge sind dokumentiertes Kundeneigentum — Lagerort, Wartungsstand und Standzeitverlauf sind jederzeit abrufbar.
Mehrfachwerkzeuge senken die Stückkosten, erhöhen aber Investition und Anspruch an die Prozessführung. Die Rechnung hängt am Jahresbedarf, nicht am Wunschpreis.
Werkzeuge werden als Kundeneigentum geführt und gekennzeichnet. Wartungsintervalle, Schusszahlen und Ersatzteilstände sind dokumentiert.
Wachswerkzeuge halten weit über die Serienlaufzeit, Druckgusswerkzeuge sind verschleißbestimmt. Ersatz- und Nachbaukonzept gehören in die Vergabeentscheidung.
Was wir am Werkzeugkonzept prüfen, bevor gebaut wird.
Ein Werkzeug, das nur das Erstmuster kann, ist kein Serienwerkzeug. Die folgenden Punkte gehen in unsere Konzeptbewertung ein — sie entscheiden über Ausschuss, Taktzeit und Instandhaltungsaufwand.
Anschnitt und Lage in der Form
Anschnittlage bestimmt Füllung, Bindenähte und die Lage der Nachspeisung. Auf Funktions- oder Dichtflächen hat der Anschnittrest nichts zu suchen.
Trennebene festlegen, nicht finden
Die Trennebene wird konstruktiv gesetzt und in der Zeichnung dokumentiert. Gratlage und Toleranzkette folgen daraus — beides im Voraus, nicht im Erstmuster.
Auswerfer und Entformung
Auswerferlage, -zahl und -kraft gehören zum Konzept. Druckstellen auf Sichtflächen und Verzug beim Auswerfen sind Konzeptfehler, keine Fertigungsfehler.
Temperierung und Taktzeit
Kühlkanäle nah an den dicken Zonen verkürzen die Erstarrung und stabilisieren das Maß. Nachträglich einbringen lässt sich das kaum.
Schieber nur wo nötig
Jeder Schieber kostet Investition, Zykluszeit und Standzeit. Wir prüfen zuerst, ob eine Geometrieänderung den Hinterschnitt auflöst.
Verschleißteile definieren
Kerne, Einsätze und Schieber als Wechselteile ausführen statt monolithisch. Reparatur statt Neubau, wenn eine Partie verschleißt.
Bemusterungskonzept mitplanen
Prüfmittel, Bezugssystem und Erstmusterumfang gehören zum Werkzeugauftrag. Sonst steht das Werkzeug fertig und die Freigabe wartet auf Vorrichtungen.
Ersatz- und Nachbaufähigkeit
Vollständige Werkzeugzeichnungen, Werkstoffnachweise und Änderungsstände dokumentiert — damit ein Nachbau ohne Reverse Engineering möglich bleibt.
Ist das das richtige Verfahren für Ihr Bauteil?
Wir prüfen es gegen alle Alternativen — nicht nur gegen dieses.
Was zu Werkzeugen und Investition gefragt wird.
Wie lange hält ein Werkzeug?
Verfahrensabhängig und stark von Werkstoff und Bauteil bestimmt. Wachsspritzwerkzeuge für den Feinguss erreichen mehrere Hunderttausend Abformungen, weil Wachs das Werkzeug kaum belastet. Zinkdruckguss-Werkzeuge erreichen typisch einige Hunderttausend Schuss, Aluminiumdruckguss wegen der höheren Gießtemperatur und der thermischen Wechselbelastung deutlich weniger. Wir halten die Werkzeuge im Rahmen der üblichen Instandhaltung einsatzfähig und melden, wenn ein Ersatzwerkzeug ansteht.
Wann rechnet sich die Werkzeuginvestition?
Das ist eine Rechnung, keine Meinung: Werkzeugkosten geteilt durch die Stückzahl ergeben den Werkzeuganteil je Teil. Bei Feinguss liegt der Break-even gegenüber gedruckten Wachsmodellen meist bei 500 bis 1.000 Teilen pro Jahr, bei MIM und Druckguss höher. Wir rechnen den Punkt im Bauteil-Check aus, bevor eine Investitionsentscheidung fällt — mit Ihrer Jahresstückzahl, nicht mit einer Annahme.
Wem gehört das Werkzeug?
Das wird projektbezogen im Liefervertrag vereinbart. Ohne besondere Vereinbarung verbleibt das Werkzeug in unserem Eigentum, auch wenn Sie sich an den Kosten beteiligt haben; ein vereinbarter Eigentumsübergang setzt vollständige Bezahlung voraus. Wir bewahren Werkzeuge drei Jahre nach dem letzten Abruf auf und fragen danach schriftlich, wie damit zu verfahren ist. Näheres regelt § 7 unserer AGB.
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Konturnahe Bauteile mit hoher Oberflächenqualität und breitem Werkstofffenster — vom Einzelmuster bis zur Serie.
Ansehen →Großserien mit kurzen Taktzeiten und niedrigen Stückkosten, Feinkontur in Zink, Leichtbau in Aluminium.
Ansehen →Kostentreiber, Break-even und Entscheidungsmatrix je Verfahren.
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